Steuerliche Anlagenverwaltung
Steuerliche Anlagegüter, GWG, Sammelposten und AfA mit bestätigten Fibu-Providerständen verwalten.
Screenshot der zentralen Werkstube-Ansicht „Steuerliche Anlagenverwaltung“ mit den im Artikel beschriebenen Bedienelementen.
Wofür die Anlagenverwaltung gedacht ist
Öffne in Werkstube Finanzen → Anlagenverwaltung, wenn du ein steuerliches Anlagegut über die Fibu-Integration führen möchtest. Die Seite hält Bezeichnung, Kategorie, Anschaffungs- oder Herstellungsdatum, Netto- und Bruttobetrag, Vorsteuerbehandlung, Lieferant, Beleg, Inbetriebnahme und Standort zusammen. Der Kern ist ohne verpflichtende Zusatzhardware, einen bestimmten Anbieter oder transaktionsabhängige Gebühren nutzbar.
Diese Akte ist bewusst getrennt von zwei anderen Bereichen:
- Kunden & Aufträge → Objekte & Anlagen beschreibt kundenbezogene Anlagenakten, Wartungen und Aufträge.
- Ein operatives Gerät beschreibt den betrieblichen Einsatz, zum Beispiel Seriennummer, Geräteort oder Servicezustand.
Ein steuerliches Anlagegut kann optional auf ein operatives Gerät verweisen. Die beiden Akten bleiben trotzdem getrennte Datensätze und haben getrennte Rechte und Lebenszyklen.
Anlagegut anlegen
Erfasse zunächst die Stammdaten und die Beträge. Wenn der Anschaffungsbeleg bereits in Buchhaltung erfasst und kontiert wurde, legst du das Anlagegut direkt an der konkreten Kontierungs- beziehungsweise Belegzeile an. Die Aktion Als Anlage erfassen übernimmt Belegtyp, Beleg-ID, stabile Belegzeile, Beträge und den Kontierungsstand; eine manuelle ID-Eingabe ist für diesen Weg nicht erforderlich. Derselbe Belegzeilenbezug kann nur einmal übernommen werden – auch nach einem späteren Abgang nicht erneut.
- Stammdaten erfassenBezeichnung, Kategorie, Datum, Netto/Brutto, Vorsteuerbehandlung, Lieferant und Standort ergänzen. Eine Geräte-ID ist optional.
- Direkt an der Belegzeile erfassenIn Finanzen → Buchhaltung die konkrete Eingangsbeleg- oder Eingangsrechnungszeile öffnen und Als Anlage erfassen wählen. Der neue Datensatz verknüpft automatisch Belegzeile und Kontierungssnapshot.
- Zusammenhang prüfenÜber die Links gelangst du von der Belegzeile zum Kontierungssnapshot und von dort zur steuerlichen Anlageakte. In der Anlage bleiben Beleg, konkrete Zeile und Snapshot als historischer Bezug sichtbar.
- Providerentscheidung übernehmenDie Fibu-Integration liefert Regelversion, Bestätigungs-ID und den Regelsnapshot. Wähle die vom Provider gelieferte Entscheidung und ergänze nur die Providerdaten.
- FreigebenEine berechtigte Person prüft die Entscheidung und gibt sie mit Begründung frei. Jede neue fachliche Entscheidung wird als nächste Version gespeichert.
GWG, Sammelposten, regulär und nicht abschreibbar
Die vier Klassifikationen werden getrennt und versioniert behandelt:
- GWG
- Sammelposten
- Reguläres Anlagegut
- Nicht abschreibbar (non-depreciable)
Eine Änderung von Wirtschaftsjahr, Klassifikation, Provider-Regelversion, Nutzungsdauer, AfA-Methode, AfA-Beginn oder Sonder-/degressiver AfA erzeugt eine neue Version. Die vorherige Version bleibt mit ihrem Provider-Nachweis und ihrer Freigabe erhalten. Private Mitbenutzung kannst du mit Prozentangabe und Notiz dokumentieren; daraus wird ohne bestätigte Providerangabe keine automatische Steuerberechnung.
Buchwerte und Synchronisation
Buchwert, kumulierte AfA und AfA der Periode erscheinen als Providerdaten. Der angezeigte Sync-Stand nennt Provider, Provider-Anlagen-ID und Sync-Version. Werkstube überschreibt weder freigegebene Entscheidungen noch alte Buchwerte.
Wenn ein neuer Providerstand nicht zur zuletzt erfassten AfA-Methode, Nutzungsdauer oder zum AfA-Beginn passt, zeigt die Akte die Abweichung an. Der neue Stand wird trotzdem als eigener Snapshot gespeichert. So kannst du die Abweichung mit der Fibu klären, ohne die Historie zu verlieren.
Die Anlagenakte trennt ausdrücklich zwei Zustände: Die lokale Vorschau enthält nur die erfassten Stammdaten, Beträge und Quellen. Ein providerbestätigter Plan enthält erst die vom angeschlossenen Fibu-Provider gelieferte Klassifikation, Regelversion, AfA-Angaben und Bestätigung. Werkstube setzt keine Wertgrenzen fest und berechnet daraus keine eigene Steuerbehandlung.
Offline-Kandidat in der mobilen App
In der mobilen App kannst du einen Aktivierungskandidaten nur mit einer aus dem Offline-Cache ausgewählten Belegzeile, Beträgen, optionaler Dokumentreferenz und Foto offline vormerken. Technische Quell-IDs sind dort nicht editierbar. Fehlt offline eine passende Kontierungs-/Belegzeile, bleibt die Erfassung gesperrt; zuerst muss die Belegzeile synchronisiert oder online geöffnet werden. Nach der Synchronisation wird der zugeordnete Kandidat über seine Vorgangs-ID und den Belegzeilenbezug dedupliziert; dieselbe Zeile wird nicht erneut als aktives Anlagegut angelegt.
Ohne passende Kontierungs-/Belegzeile wird kein mobiler Kandidat angelegt und kein Foto als später zuzuordnender Datensatz hochgeladen. Die Belegzeile muss zuerst synchronisiert oder online geöffnet und ausgewählt werden; erst dann kann die Erfassung mit ihrem unveränderlichen Quellenbezug vorgemerkt werden.
Die mobile Erfassung ist nur eine vorbereitende Quellenaufnahme. Steuerklassifikation, Providerabgleich und Freigabe von Abgängen erfolgen im Web beziehungsweise online. Die Funktion ist keine Geräte-, QR-, Ausgabe- oder Betriebshistorie: Operative Geräteakten bleiben getrennt und können lediglich verknüpft werden.
Lebenszyklus und Prüfspur
Die Aktion Lebenszyklus auditieren erfasst Vorgänge mit Datum, Begründung, Beträgen, Standort und Vorgangs-ID. Unterstützt werden:
- Zugang und nachträgliche Anschaffungskosten,
- Umbuchung beziehungsweise Standortwechsel,
- Teilabgang,
- Verkauf,
- Verschrottung,
- Entnahme.
Die Prüfspur zeigt außerdem Stammdatenänderungen, Providerentscheidungen, Freigaben, Kontierungssnapshots und Synchronisationsläufe. Ein exportierter Kontierungsstand wird nicht überschrieben. Eine spätere Änderung führt stattdessen zu einem neuen Snapshot und – falls erforderlich – zu einem sichtbaren Korrekturhinweis.
Auch Teilabgang, Verkauf, Verschrottung, Entnahme, nachträgliche Kosten und private Nutzung werden als neue, begründete Tatsachen dokumentiert. Eine geschlossene Buchungsperiode wird nicht nachträglich überschrieben; die Anwendung fordert eine passende Online-Korrektur oder Klärung. Providerabweichungen bleiben als Abweichungen sichtbar und werden nicht in einen lokalen Ersatzwert umgedeutet.
Rechte und Zuständigkeiten
Der Betrieb kann getrennt festlegen, wer steuerliche Anlagegüter ansehen, bearbeiten, Providerentscheidungen freigeben, Synchronisationen ausführen und die Prüfspur einsehen darf. Die Rechte für Kundenakten und operative Geräte geben keinen automatischen Zugriff auf steuerliche Entscheidungen.
Für das Ansehen und die Arbeit mit steuerlichen Anlagen können die Rechte fixed_assets.view, fixed_assets.edit, fixed_assets.review, fixed_assets.sync und fixed_assets.audit getrennt vergeben werden. Beleglinks werden über das bestehende Dokumentzentrum geprüft; der Zugriff auf den Quelldokumentbezug folgt den Anlagenrechten und der Mandantengrenze. Rechte auf Kundenakten oder operative Geräte reichen dafür nicht aus.
Die Anlagenverwaltung unterstützt Providerdaten und versionierte Kontierungs-/Auswertungsstände für EÜR, GuV, Bilanz und AVEÜR. Welche Sachkonten und Positionen gelten, kommt aus dem bestätigten Mapping des Providers oder aus der versionierten Buchhaltung — nicht aus fest in dieser Seite eingebauten Steuerschwellen.
Der Kern der Anlagenverwaltung ist kein POS- oder TSE-Modul. Werkstube behauptet keine lokale TSE, keine KassenSichV-Konformität und keinen bestimmten Echtzeit-Provider. Eine angeschlossene Fibu bleibt für ihre eigenen Bestätigungen, Steuerregeln und externe Kosten verantwortlich.